Viele Mythen ranken sich um Cannabis und Wirkstoffen wie CBG, CBD oder THC. Das liegt vor allem daran, dass die Forschung der Hanfpflanze aufgrund jahrzehntelanger, restriktiver Drogenpolitik, kaum vorangekommen ist. Forscher weltweit lernen allerdings immer mehr über Cannabis, ihre Wirkung sowie ihrer Bestandteile. In diesem Blog geht es speziell um CBG bzw. um Cannabigerol, wofür die Abkürzung CBG steht. Hier erfährst du alles um den Mythos CBG, seine Eigenschaften und Wirkung.

Was ist CBG Öl

CBG oder Cannabigerol ist eines von mehr als 100 bekannten Cannabinoiden, die in Hanf- bzw. Cannabispflanzen vorkommen. Häufig wird es als die Mutter aller Cannabinoide bezeichnet. Dies liegt daran, dass junge Hanfpflanzen einen hohen Anteil an CBGA (Cannabigerol Acid) also CBG Säure oder Cannabigerolsäure aufweisen. In der Entwicklung der Pflanze, wandelt sich die CBG Säure in CBD Säure (CBDA) sowie THC Säure (THCA) um, daraus entstehen wiederum die Cannabinoide CBD und THC. Zusätzliche oder überschüssige CBG Säure, wandelt sich dann in CBG um.

Obwohl CBG erstmals im Jahr 1964 entdeckt wurde, wurde der Wirkstoff bisher nur kaum untersucht, daher gibt es nur wenig Erkenntnis zu dieser Verbindung. Aktuelle Erkenntnisse befinden sich noch in vorklinischen Stadien, aber nachdem was bisher über CBG bekannt ist, verfügt CBG über hohes Potential in der medizinischen Anwendung.

Nach aktuellem Stand der Forschung, verfügt CBG über verschiedene Eigenschaften, die zu einer positiven Behandlung bei diversen Krankheiten, speziell bei chronisch-entzündlichen Darmkrankheiten, führen können. Der Grund dafür liegt laut Forschern in der Wirkung von CBG auf das menschliche Endocannabinoid-System. Medizinische Eigenschaften könnten etwa die ihm zugesagte antibakteriellen Eigenschaften, krampf- und schmerzlindernde Fähigkeit, sowie entzündungshemmende Wirkung sein.

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Wie wird CBG hergestellt

Hanfpflanze

CBG wird hauptsächlich aus Jungen Cannabispflanzen gewonnen, da sie einen höheren CBG-Gehalt aufweisen als bereits ausgewachsene Pflanzen. Das liegt daran, dass sich das enthaltene CBGA (CBG-Säure), während des Wachstums der Pflanze, in andere Cannabinoide wie etwa CBD oder THC umwandelt.

Ganz generell ist der CBG Anteil einer Cannabispflanze wesentlich geringer als der Anteil anderer Cannabinoide. Während die meisten Hanfpflanzen einen CBD oder THC Anteil von bis zu 30% aufweisen können, liegt der CBG Anteil bei denselben Pflanzen oft bei lediglich 1%. Obwohl bereits diverse Cannabissorten gezüchtet werden, die einen verhältnismäßig hohen CBG Anteil vorweisen, bleibt dieser im Vergleich zu anderen Cannabinoiden dennoch gering. Aus diesem Grund erweist sich die Gewinnung von CBG auch als schwierig und dementsprechend teuer.

CBG Wirkung

CBG wird vom menschlichen Endocannabinoid-System des Körpers verwaltet. Das Endocannabinoid-System ist Teil des menschlichen Nervensystems, es beschreibt Prozesse, die im menschlichen Körper stattfinden, ohne dabei von äußeren Einflüssen beeinträchtigt zu werden. Die Cannabinoid-Rezeptoren befinden sich dabei in verschiedenen Bereichen des Körpers und steuern daher verschiedene Prozesse. CB1-Rezeptoren verteilen sich überwiegend im Gehirn, in den Nieren und im Darm. Sie beeinflussen die Motorik, Bewegungssteuerung, Gedächtnisbildung und viele weitere kognitive Mechanismen. CB2-Rezeptoren hingegen, haben Einfluss auf das zentrale Nervensystem und spielen eine wichtige Rolle in der natürlichen Immunabwehr des Körpers.

CBG wirkt sich auf beide Rezeptoren aus und kurbelt die Produktion diverser Endocannabinoide an. Mitunter wird dadurch Dopamin ausgeschüttet, was zu einer Steigerung der Toleranz, des Wohlbefindens, Inspiration und weiteren ähnlichen Emotionen führt. Ebenso wirkt es schmerzlindernd sowie entzündungshemmend und genießt daher aktuell hohe Aufmerksamkeit in der medizinischen Forschung.

CBG in der Medizin

Wie CBD wurde CBG zur Linderung von Schmerzen, Depressionen, Entzündungen, etc. eingesetzt, ohne dabei eine berauschende Wirkung wie THC zu haben. Immer mehr Forschungen hinsichtlich des medizinischen Potentials von CBG werden durchgeführt, dabei muss allerdings festgehalten werden, dass sich die Studien noch im vorklinischen Stadium befinden und wohl noch Jahr vergehen werden, bis CBG tatsächlich vor einer möglichen, medizinischen Zulassung stehen kann.

Vor allem bei Krankheiten, die das zentrale Nervensystem beeinflussen oder aber bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, sehen Forscher erhöhtes Potential beim Einsatz von CBG. Dies ist vor allem auf Studien zurückzuführen, bei denen der Einsatz von CBG-Präparaten zu einer deutlichen Verbesserung des Krankheitsbilds sowie einer Linderung der Symptome führte.

Wissenschaftler untersuchten beispielsweise chronisch entzündlichen Darmerkrankungen im Dickdarm von Mäusen und behandelten diese durch den Einsatz von hochkonzentrierten CBG. Es konnte festgestellt werden, dass CBG die Entzündungen und die Entwicklung von Stickstoffmonoxid verringert. Grundsätzlich werden seither diverse klinische Versuche im Zusammenhang mit Beschwerden, die durch chronisch-entzündliche Darmkrankheiten hervorgerufen werden.

Hanf in der Medezin

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen beschreiben Krankheiten, die chronische Reizungen und Entzündungen, bzw. eine dauerhafte Schädigung des Darmtrakts verursachen. Zu den am häufigsten verbreiteten Krankheiten zählen Colitis Ulcerosa oder auch Morbus Crohn.

Colitis ulcerosa?

Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Es handelt sich daher um eine chronische Darmentzündung, die Geschwüre auf der Darmschleimhaut verursacht. Der Begriff leitet sich aus den lateinischen Wörtern „Colon“ = Dickdarm sowie „Ulcus“ = Geschwür ab.

Allein in Deutschland sind über 160.000 Menschen von Colitis Ulcerosa betroffen. Erste Anzeichen von Colitis ulcerosa treten in der Regel im Alter zwischen 25 und 35 Jahren auf. Männer und Frauen sind dabei gleichermaßen betroffen. (2)

Ursachen

Wie bei allen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, sind auch die Ursachen für Colitis ulcerosa unbekannt. Da es dazu kommen kann, dass in einer Familie vermehrt Fälle von Colitis ulcerosa auftreten, vermuten Forscher einen genetischen Zusammenhang, direkt vererbbar ist die Krankheit allerdings nicht. Es wird vermutet, dass am Ausbruch der Krankheit mehrere Faktoren (bspw. genetische Faktoren, erhöhter Stress über längere Zeit, Psyche, etc.) zusammenspielen, weiters scheinen Infektionen und eine Störung des Immunsystems, den Ausbruch und die Ausbreitung der Krankheit zu begünstigen.

Symptome

Colitis ulcerosa weist ein breites Spektrum an Symptomen auf, zu den am häufigsten dokumentierten Symptomen zählen;

  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • schleimiger oder blutiger Stuhlgang
  • häufiger Stuhlgang (auch nachts)
  • Fieber, Antriebslosigkeit, Müdigkeit
  • Stuhlinkontinenz

Therapie

Mittlerweile gibt es verschiedene Therapie-Ansätze, die eine erfolgreiche Behandlung der Krankheit ermöglichen, sodass Symptome bei betroffenen Personen kaum noch auftreten. Heilbar ist die Krankheit jedoch nicht. Es gibt diverse Medikamente, die individuell auf betroffene Personen angepasst werden können, um die Krankheit und deren Symptome zu bekämpfen. Sollte eine medikamentöse Behandlung nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen, gibt es auch operative Lösungen. Den Dickdarm oder Teile des Dickdarms chirurgisch zu entfernen, birgt Risiken und geht mit diversen Folgen (künstlicher Darmausgang, etc.) einher. Daher stellen chirurgische Eingriffe die letzte verfügbare Option im Kampf gegen die Krankheit dar.

Frau mit Magenschmerzen

Morbus Crohn

Eine weitere Form chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen, stellt Morbus Crohn dar. Morbus Crohn wurde erstmals 1904 vom polnischen Chirurgen Antoni Lesniowski beschrieben. Etwa 28 Jahre später, wurde die Krankheit vom amerikanischen Gastroenterologe Burrill Bernard Crohn entdeckt und erforscht. Bis heute ist er der Namensgeber für die Krankheit.

Anders als bei Colitis ulcerosa, das sich charakteristisch auf die auf die Entzündung des Mastdarms und Dickdarms beschränkt, können bei Morbus Crohn prinzipiell alle Abschnitte des Verdauungstrakts entzündet sein. Dabei können auch verschiedene Bereiche des Verdauungstrakts gleichzeitig entzündet sein.

Ursachen

Wie bei allen anderen bekannten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, ist die Ursache von Morbus Crohn unbekannt. Trotz jahrzehntelanger, intensiver Forschung bleiben die Ursachen der Entstehung von CED ungeklärt. Ähnlich wie Colitis ulcerosa, geht man von multikausalen Umständen aus, die die Krankheit begünstigen und zum Ausbruch führen können.

Grundsätzlich wird vermutet, dass die Krankheit vom Körper selbst, als Autoimmunreaktion ausgelöst wird. Dabei wurde allerdings festgestellt, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen und negative Lebensgewohnheiten (bspw. Rauchen!), den Ausbruch und die Verbreitung der Krankheit durchaus begünstigen.

Symptome

Klassische Symptome von Morbus Crohn sind weniger eindeutig als bei anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Häufige Symptome sind beispielsweise:

  • entzündliche Hautveränderungen
  • Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Gelenksschmerzen, häufig sind Knie- oder Sprunggelenke betroffen
  • Geschwüre an der Mundschleimhaut
  • gestörte Leber oder Galle
  • Durchfall, Krämpfe, Erbrechen

Therapie

Bislang gilt Morbus Crohn als unheilbar, allerdings als gut behandelbar und therapierbar. Eine individuelle Therapieplanung ermöglicht, dass der Entzündungsprozess gebremst und vermindert wird. Durch eine erfolgreiche Behandlung können Beschwerden und Symptome stark gelindert werden, Rückfälle und Schübe können ebenso hinausgezögert und eingeschränkt werden.

Durch eine medikamentöse Behandlung können gute Erfolge bei Morbus Crohn erzielt werden, dabei wird meist der Einsatz einer Kombinationstherapie, also die zeitgleiche Einnahme verschiedener Präparate eingesetzt. In schweren Fällen kann aber auch ein operativer Eingriff sinnvoll sein und gewünschte Ergebnisse liefern.

Unterschied zwischen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Beide Krankheiten beschädigen die Schleimhaut des Darmtrakts und führen zu Entzündungen. Die Verbreitung der Entzündung verläuft bei den Krankheiten allerdings unterschiedlich.

Infografik Colitis ulcerosa vs. Morbus crohn

(Quelle: https://focus-arztsuche.de/magazin/krankheiten/magen-darm-erkrankungen/colitis-ulcerosa-typische-symptome-und-die-richtige-therapie)

Grüner Star (Glaukom)

Grüner Star ist eine Augenkrankheit, die bei knapp 2% der Bevölkerung ab dem 40. Lebensjahr auftreten kann. Bei grünem Star kommt es zu einem erhöhten Augeninnendruck, der zu akuten Sehstörungen, Augenrötungen, heftigen Kopf- und Augenschmerzen sowie Übelkeit führen kann.

Glaukom kann zu schweren Sehstörungen und kompletter Erblindung führen. Es gibt allerdings medikamentöse sowie operative Behandlungen, um die Krankheit zu heilen.

In einer Tierstudie entdeckten Spezialisten, dass CBG ein restauratives Potenzial für die Behandlung von Glaukom hat. Forscher konnten beobachten, wie sich der erhöhte Druck auf die Augen, durch die Behandlung mit CBG deutlich verringert hat und somit eine Verbesserung der Krankheit herbeiführte. Laut Forschern der University of British Columbia, konnte die Wirksamkeit von CBG beim Einsatz gegen grünen Star, eindeutig nachgewiesen werden. Ein entsprechendes Medikament herzustellen, erwies sich allerdings als schwierig, da sich Cannabinoide nur schwer im Wasser lösen.

Man glaubt nun auf dieses Problem eine Lösung gefunden zu haben. Cannabigerolsäure in Form eines Hydrogels, angereichert mit Nanopartikeln, sollen die Herstellung eines wirkungsvollen Medikaments nun ermöglichen. (4)

Antibakterielle Eigenschaften

Ein kürzlich erschienener Bericht über die antimikrobielle Fähigkeit von Cannabis stellt fest, dass CBG antibakterielle Eigenschaften hat. Insbesondere gegen Methicillin-sichere Stämme von Staphylococcus aureus (MRSA), einem mikroskopisch kleinen Organismus, der bakterielle Krankheiten verursacht und arzneimittelresistent ist. (5)

Klare Erkenntnisse liegen noch nicht vor, allerdings gibt es optimistische Ansätze, dass CBG auch bei Antibiotikaresistenten Keimen, eine bekämpfende Wirkung zeigen könnten.

Forscher sieht in Mikroskop

Kampf gegen Krebszellen

Seit Jahren werden immer mehr wissenschaftliche Ergebnisse gesammelt, in denen beschrieben wird, dass diverse Wirkstoffe der Cannabispflanze, das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Wichtig ist hier zu betonen, dass sämtliche Studien noch in den Kinderschuhen stecken und sichere Schlussfolgerungen erst gezogen werden können, wenn klinische Studien vorliegen.

In einem kürzlich erschienenen Bericht bemerkten Forscher die Auswirkungen von CBG auf Nagetiere mit Dickdarmerkrankungen. Sie sahen, dass CBG einige Garantien bei der Hemmung der Rezeptoren, die die Entwicklung von Krankheitszellen verursachen, und der Unterdrückung der Entwicklung von kolorektalen bösartigen Wachstumszellen zeigte. Sie schlugen vor, dass die Verwendung von CBG bei der Behandlung und Vermeidung von Dickdarmkrebs untersucht werden sollte. (6)

Anwendung von CBG

Ähnlich wie bei CBD Öl, erfolgte die herkömmliche Aufnahme von CBG in Form von konzentrierten Ölen. Oral eingenommen, bietet dies eine angenehmen sowie unkomplizierten Einnahme. Dabei muss festgehalten werden, dass sich die Produktion und Herstellung von CBG als aufwändig und daher auch sehr kostenintensiv darstellt.

Oft ist die hochkonzentrierte Einnahme von CBG allerdings nicht zwingend notwendig, da viele CBD-Öle ebenso über einen Anteil von CBG verfügen. Öle, die über alle natürlich enthaltenen Cannabinoiden verfügen und nicht gesondert extrahiert wurden, nennt man Vollspektrum-Öle. Diese weisen zusätzliche positive Aspekte auf, da sich diverse Cannabinoide komplementär zueinander verhalten.

CBG versus CBD

CBG und CBD werden regelmäßig gegenübergestellt, da sie zahlreiche Ähnlichkeiten aufweisen und beide Stoffe auf das Endocannabinoid-System einwirken. Weder CBG noch CBD weisen psychoaktive Wirkungen auf und lösen daher keine berauschende Wirkung, wie beispielsweise THC auf. Ganz im Gegenteil, können sowohl CBG als auch CBD die psychoaktive Wirkung von THC sogar senken.

Da weder CBG noch CBD zur Gänze erforscht sind, liegt der bisher größte belegbare Unterschied in der Menge des jeweiligen Wirkstoffs. Während Cannabispflanzen über eine CBD-Konzentration von bis zu 30% verfügen können, liegt der CBG-Gehalt im Durchschnitt bei lediglich 1%.

Quellen:

  1. (https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0006295213000543?via%3Dihub)
  2. (https://focus-arztsuche.de/magazin/krankheiten/magen-darm-erkrankungen/colitis-ulcerosa-typische-symptome-und-die-richtige-therapie)
  3. (https://www.gesundheitsinformation.de/gruener-star-glaukom.html)
  4. (https://healthcare-in-europe.com/de/news/cannabis-augentropfen-heilen-gruenen-star-im-schlaf.html#:~:text=Nanopartikel%20als%20Schl%C3%BCssel,nicht%20leicht%20in%20Wasser%20l%C3%B6sen)
  5. https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acsinfecdis.9b00419
  6. https://www.hindawi.com/journals/ecam/2020/2371527/

Bildquellen: Pexels.com | Pixabay.com

Autor: Dr. Greenthumb Content Team