Du möchtest wissen was Terpene sind, bist bisher allerdings nur auf Chemie-Fachchinesisch gestoßen? Dann lies bei uns weiter: In diesem Ratgeber erklären wir dir einfach und verständlich, was du wissen musst – zum Beispiel: Wie sieht die chemische Struktur aus? Wo kommen sie in der Natur vor? Und was hat es mit Terpenen und CBD auf sich? Los geht’s!

Was sind Terpene?

Als Terpene bezeichnet man eine natürliche, äußerst große Gruppe an chemischen Verbindungen, die hauptsächlich pflanzlicher Herkunft sind. Das bedeutet also: Terpene sind der Hauptbestandteil der ätherischen Öle in Pflanzen. Aus dem Grund werden sie sehr gerne als Geruchs- oder Geschmacksstoff in Kosmetika sowie Parfüms eingesetzt. Aktuell sind rund 8.000 Terpene sowie bereits über 30.000 Terpenoide (nahe Verwandte der Terpene) bekannt.

Nerdbrille auf: Die chemische Struktur von Terpenen

Da auch wir manchmal schlau wirken müssen, stecken wir unsere Nasen nun etwas ins Chemiebuch! Chemisch betrachtet gehören Terpene zu den Kohlenstoff-Wasserstoffverbindungen.

Aufgrund ihrer unfassbar großen Vielfalt gibt es diverse Klassifizierungsmöglichkeiten. Eines haben diese Verbindungen jedoch immer gemeinsam: Sie bestehen aus fünf Kohlenstoffatomen (C5-Einheiten) und lassen sich daher immer durch fünf teilen (C5-Regel).

Kohlenstoff-Atom

Terpene gehören zu den Kohlenstoff-Wasserstoffverbindungen.

Weiters lassen sie sich anhand ihrer Ringverbindungen, bzw. der Anzahl ihrer Ringverbindungen, und der Summe ihrer Isopreneinheiten klassifizieren.

Klassifizierung anhand der Anzahl der Kohlenstoffatome in Isopren-Einheiten:

Hemiterpene 1 Einheit 5 Atome
Monoterpene 2 Einheiten 10 Atome
Sesquiterpene 3 Einheiten 15 Atome
Diterpene 4 Einheiten 20 Atome
Polyterpene Über 8 Einheiten 40 oder mehr Atome

Anzahl der Ringverbindungen:

Acyclisch 0 Ringverbindungen
Monocyclisch 1 Ringverbindung
Bicyclisch 2 Ringverbindungen
Tricyclisch 3 Ringverbindungen
Tetracyclisch 4 Ringverbindungen
Pentacyclisch 5 Ringverbindungen

Wo kommen Terpene vor?

Hast du schonmal an einer Rose, einem Lavendelstrauch, einer Zitronenschale oder einem Pfefferminzblatt geschnuppert und warst hin und weg vom Duft? Dann herzlich willkommen in der Welt der Terpene!

Terpene sind sekundäre Pflanzenstoffe, die hauptsächlich von Pflanzen, allerdings ebenso von manchen Insekten und Pilzen produziert werden. Pflanzen und Insekten kommunizieren mithilfe von Terpenen, somit könnte man behaupten, dass sie das Social Media der Natur sind. Philosophisch gesehen könnte man ebenso behaupten, dass Terpene mit uns Menschen und ihrer gesamten Umwelt kommunizieren.

Sie sind immerhin der Grund, warum wir beispielsweise Spaziergänge im Wald so lieben und warum wir verschiedene Düfte aus der Natur als angenehm, beruhigend und wohltuend empfinden.

Hier findest du einen kurzen Überblick über einige bekannte Pflanzenstoffe und ihr Vorkommen:

Terpen Vorkommen
Linalool Zitrusfrüchte, Lavendel, Rosenholz, Lorbeer, Birke u. v. m.
Limonen Pfefferminz, Zitrusschalen, Wachholder u. v. m.
Pinene Verschiedene Nadelbäume, Salbei, Rosmarin, Ingwer u. v. m.
Humulene Koriander, Hopfen, Ginseng u. v. m..
Myrcene Zitrusfrüchte, Thymian, Mango, Lorbeerblätter u. v. m.
Geraniol Muskat, Geranien, Rosen, Koriander, Salbei u. v. m.
Caryophyllene Nelken, Basilikum, Oregano, Hopfen, Pfeffer

Terpene im Cannabis

Nun da wir wissen, dass Terpene in der Natur omnipräsent sind, ist es ganz klar: Sie spielen auch bei Cannabis eine Rolle. Da sie aber ganz grundsätzlich noch lückenhaft erforscht sind, können einige Fragen über Terpene im Cannabis auch nicht zu 100 % eindeutig beantwortet werden.

Zweig einer Cannabis-Pflanze und Cannbis-Öl auf einem Teller

Terpene kommen auch in Cannabis vor.

Funktion der Terpene auf der Hanfpflanze

Wir nannten Terpene vorhin liebevoll das Social Media der Natur und auch Hanfpflanzen nutzen dieses „Social Media“ recht eindringlich. Die Duftstoffe schützen beispielsweise vor:

  • Parasiten
  • Bakterien
  • schädlichen Insekten
  • vielen anderen Plagegeistern

Gleichzeitig werden diese Duftstoffe auch als Lockmittel für bestäubende Insekten und andere gerngesehene Gäste verwendet.

Welche Terpene gibt es im Cannabis?

Die bereits erwähnten Terpene sind für uns besonders spannend, da diese ebenso im Cannabis vorkommen. Wichtig ist nochmals festzuhalten, dass die Forschung beim Thema Terpene und Cannabis noch in den Kinderschuhen steckt und – und die Wirkungen nur Vermutungen darstellen, die aber nicht zweifelsfrei belegt sind.

Hier findet ihr nochmals eine Zusammenfassung, ergänzt durch den Geruch und die vermutete Wirkung:

Terpen Geruch Vermutete Wirkungen
Linalool zitronig, fruchtig, würzig stresslindernd, antidepressiv, angstlösend, schlaffördernd, schmerzlindernd u. v. m.
Limonen generell stark nach Zitrusfrüchten hilft die Magensäure zu regulieren, pilzhemmend, angstlösend, antidepressiv
Pinene süßlich, pikant, nach Tannenzapfen erweitert die Bronchien, entzündungshemmend
Humulene nach Humus, holzig, erdig schmerzreduzierend, keimreduzierend, entzündungshemmend
Myrcene zitronig aber herb, hat etwas von Nelken entzündungshemmend, keimreduzierend, pilzhemmend
Caryophyllene sehr würzig, nach Pfeffer, Holz antioxidativ, schlaffördernd, schmerzlindernd, krampflösend

Terpene und CBD – was hat es damit auf sich?

Erwiesen ist auf jeden Fall, dass zahlreiche der Duftstoffe im Cannabis enthalten sind – doch diese wirken nicht nur für sich allein: Forschern zufolge gibt es auch Wechselwirkungen zwischen Cannabinoiden, wie z. B. CBD, und Terpenen.

Die Rede ist vom sogenannten „Entourage-Effekt“, der vom Wissenschaftler Dr. Ethan Russo im Jahr 2011 entdeckt wurde. Laut Russo arbeiten Terpene und CBD zusammen, um ihre gesundheitliche Auswirkung auf das Endocannabinoid-System im menschlichen Körper zu modulieren und zu verstärken.

Tipp: Wer den Entourage-Effekt bei CBD-Öl, CBD-Kapseln und Co. nutzen möchte, sollte auf jeden Fall Vollspektrum-Produkte kaufen. Denn nur im Vollspektrum-CBD bleiben die Terpene enthalten.

Terpene und der Entourage-Effekt
Die entscheidende Rolle, die der Entourage-Effekt spielt, ist die optimierte Wirkung der Cannabinoide . Die Kombination aus verschiedenen Cannabinoiden und Terpenen optimiert die Aufnahme von CBD, verstärkt die Wirkung und reguliert die Verfügbarkeit im Körper.

Obwohl manche klinische Studien den Entourage-Effekt bei Terpenen belegen [1], muss hier erwähnt werden, dass es ebenso Gegner dieser Thesen gibt [2]Ob und wie stark der Entourage-Effekt wirkt, ist also noch nicht zweifelsfrei erforscht.

Wirkung und Anwendung

Während die Meinungen zum Entourage-Effekt noch auseinandergehen, werden immer mehr Studien zum potenziellen Effekt und den vermuteten Wirkungen von Terpenen veröffentlicht. Hier findest du die häufigsten Wirkungen:

Frau mit ausgestreckten Armen und Bergen im Hintergrund

Den Terpenen wird eine vielseitige Wirkung nachgesagt.

Entzündungshemmend

Die entzündungshemmende Wirkung von einigen Terpenen ist bereits seit Längerem bekannt und wird auch bereits therapeutisch genutzt. Eucalyptol beispielsweise wirkt entzündungshemmend und dient pharmazeutisch als Mokulytikum – also als schleimlösendes Arzneimittel der Atemwege. Antientzündliche Effekte sind auch das Hauptmerkmal von Sesquiterpenen in Kamille, Arnika, Artischocken und Curcuma.

Gegen Schmerzen

Auch in der Schmerzbehandlung haben sich einige Terpene als äußerst wirksam entpuppt und finden immer mehr Anwendung. Auf der Haut aufgetragen wirkt z. B. Menthol schmerzlindernd und schmerzstillend. Auch eine antipruritische – also fiebersenkende – Wirkung konnte bei Terpenen wie Menthol bereits festgestellt werden.

Insektenabwehr

In der Insektenabwehr sind ätherische Öle und ihre Terpene schon weit verbreitet und lange im Einsatz. Teebaumöl wird beispielsweise gegen Blattläuse eingesetzt, während Thymol stark toxisch auf parasitäre Milben wirkt. Es wird daher häufig zur Bekämpfung von verschiedenen Milben genutzt und ist auch sehr hilfreich bei diversen Hanf-Schädlingen.

Antibakteriell

Manche dieser Pflanzenstoffe weisen sogar antimikrobielle Aktivitäten auf: Sie wirken aktiv gegen Pilze, Bakterien und Viren. Etwa 60 Prozent der Terpene in ätherischen Ölen hemmen das Pilzwachstum und 30 Prozent das Bakterienwachstum. Mit Basilikum-Öl lassen sich z. B. sogar Salatblätter desinfizieren.

Terpene: Duftende Stoffe mit vielfältiger Wirkung

Plötzlich siehst du Terpene als die Hollywood-Stars der Natur? Nun gut, wir möchten nicht gleich übertreiben und müssen auch ganz klar festhalten, dass einige ihrer Superkräfte bis dato noch nicht zu 100 % wissenschaftlich belegt sind. Außer Frage steht jedoch, dass sie nicht nur für die einzigartigen Düfte und Aromen in der Natur zuständig sind, sondern dass diese klitzekleinen chemischen Verbindungen auch Potenzial für viele nützliche Wirkungen haben.

Hochwertige CBD-Produkte verpackt und versendet aus Österreich

Premium-CBD-Produkte
von Dr. Greenthumb

Zum Shop

Hochwertige CBD-Produkte verpackt und versendet aus Österreich

Premium-CBD-Produkte
von Dr. Greenthumb

Zum Shop

Weiterführende Quellen:

[1] https://bpspubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.1111/j.1476-5381.2011.01238.x

[2] https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/17512433.2020.1721281?journalCode=ierj20&


Bildquellen: 

© MexChriss – stock.adobe.at
© xyz+ – stock.adobe.at
© Irina – stock.adobe.at
© Anton – stock.adobe.at